Taizé
– was war das gleich nochmal?
Ein
Bericht über den Jugendurlaub 2008
Taizé...mmmh...was
war das denn gleich nochmal? Ich bin mir sicher, es schon einmal
gehört zu haben...aber in welchem Zusammenhang?
T
– a – i – z – é
...Moment mal – das klingt doch französisch...!?
Ja, genau!
Taizé–
das ist ein kleines Dorf in der Bourgogne im Südosten
Frankreichs, nahe Lyon. Es besteht aus den hundert Brüdern
unterschiedlicher Konfession aus über 20 verschiedenen Ländern,
die dort zusammenleben.
Ja,
und was soll daran jetzt so besonders sein? Das haben wir uns auch
gefragt, bis wir schließlich dahinterkamen. Die Brüder
dort leben nicht für sich, fern von jeglicher Zivilisation. Sie
teilen ihre Zeit mit vielen tausend Jugendlichen, die jedes Jahr nach
Taizé
kommen,
in einer Gemeinschaft – der „Communauté de Taizé“,
die nach den Ideen seines Gründers Frére
Roger fortgeführt wird.
Und
genau in dieses „Taizé“
war
in diesem Sommer vom 09.08. - 17.08.2008 eine 70-köpfige Gruppe
Jugendlicher unseres Dekanates unterwegs. Viele von uns waren das
erste Mal dort und so waren alle gespannt, was uns erwarten würde.
Nach
15 Stunden Fahrt kamen wir endlich an und bauten unsere Zelte nachts
unter dem Sternenhimmel auf – ziemlich chaotisch, wie so fast alles
in Taizé,
was wir später noch feststellen sollten.
Denn neben den 100 Brüdern leben dort noch 5000 andere
Jugendliche aus der ganzen Welt – aus Frankreich, Schweden,
Litauen, Italien, Amerika... Klar, dass es da anfänglich einige
Verwirrung gab. Doch schließlich bekamen wir immer mehr
Durchblick und verstanden es auch, uns an dem genialen
Organisationssytem zu beteiligen. Taizé
lebt nämlich von der Arbeit der Jugendlichen und Freiwilligen,
die für längere Zeit dort bleiben.
Doch
wie sah so ein Tag in Taizé
eigentlich aus?
Jeder
Tag der Woche – außer Sonntag, dem An-und Abreisetag –
begann 8.15 Uhr mit dem Morgengebet in der Kirche. Nach dem
Frühstück, welches aus einem Brötchen, einem Stück
Butter und Schokolade bestand, konnte sich jeder, je nach Alter und
Interesse, einer internationalen Gesprächsgruppe anschließen,
die sich nach den einleitenden Worten eines Bruders auf dem Gelände
zusammensetzte, um sich zu unterhalten, zu diskutieren, zu spielen
und zu lachen.
Und
schon war auch der Vormittag wieder vorbei und die Glocken des
Glockenturmes läuteten zum einstündigem Mittagsgebet. Als
man danach aus der Kirche trat, sah man schon von Weitem die
wartenden Massen, die sich vor der Essensausgabe drängten –
wie bei einem großen Konzert. Das Essen war jedes Mal eine
Überraschung – ob positiv oder negativ, sei dahingestellt –
wobei vorallem die Frage der Nahrungsaufnahme manch einen vor ein
echtes Problem stellte – denn in Taizé
gibt
es nur Löffel.
Da
jeder für eine bestimmte Aufgabe verantwortlich war, hatte man
auch nachmittags keine Langeweile. Wenn man nicht schon beim
Austeilen des Geschirrs geholfen hatte, konnte man jetzt entweder das
Gelände reinigen, Toiletten und sanitäre Anlagen sauber
machen, die Kirche staubsaugen, in der Krankenstation „El Abiodh“
helfen oder....oder sich auf ein sonniges Plätzchen im Park oder
an der nahegelegenen Quelle „St. Etienne“ verziehen, wo absolute
Stille herrscht.
Am
späten Nachmittag wurden auch Workshops angeboten – alles
freiwillig.
Ein
jeder Tag wurde in Taizé
immer mit einem Abendgebet abgeschlossen.
Nun
wird sich mancher fragen: Drei Gebete am Tag, ist das nicht ein
bisschen viel? Oh nein. Ganz im Gegenteil. Es ist einfach ein tolles
Gefühl, in dieser riesigen Kirche zu sitzen und gemeinsam mit
tausend anderen Menschen zu singen und zu beten. Der ganze Raum ist
von Gesängen erfüllt, in jedem Winkel steckt die Freude und
wenn die 10-minütige Zeit der Stille einsetzte, fühlte man
sich Gott manches mal so nahe wie nie zuvor. Und gerade während
diesen Gebeten merkt man, was Taizé
noch
ausmacht: Ganz gleich, aus welchem Land man kommt, welcher oder ob
man überhaupt einer Konfession angehört, ob groß, ob
klein, ob als Jugendlicher, Erwachsener oder als Familie – in Taizé
ist
man immer willkommen!
Nach
dem Abendgebet konnte man entweder in der Kirche bleiben oder zu
einem ganz besonderen Ort gehen: dem OYAK, dem abendlichen Treffpunkt
in Taizé.
Schon von Weitem hörte man lautes Lachen, Gitarrenspiel und
Gesänge und sobald man dort ist, kommt man so schnell nicht mehr
weg – man wird von einem zum nächstem Spiel gezogen, singt
dort mal mit, tanzt da mal mit und unterhält sich hier mal eben
mit ein paar Italienern. Und schon ist es halb zwölf und an der
Zeit, sich langsam in sein Zelt zu verkriechen, denn auch in Taizé
sollte
man die Nachtruhe einhalten.
Jetzt,
wo man wieder zu Hause ist, wird man oft noch gefragt, wie es in
Taizé
war.
Klasse, unbeschreiblich, herrausragend, etwas ganz Besonderes,
wunderschön...es fallen einem viele Worte ein, doch wirklich
beschreiben würden sie es nicht – da muss man schon selber
nach Taizé
fahren.
Doch
vielleicht kann man einen Versuch wagen: Taizé...das
ist eine kleine Welt mitten in Frankreich, wo die Luft von der Liebe
Gottes, der Freude der Menschen und grenzenloser Lebendigkeit erfüllt
ist – man muss nur danach greifen, so wie wir es getan haben.
Weitere Fotos finden Sie unter der Homepage der Dekanatsjugend Chemnitz.
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