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Taizé – was war das gleich nochmal? PDF Drucken
Geschrieben von Caroline und Claudia Schier   
Samstag, 13. September 2008

Taizé – was war das gleich nochmal?

Ein Bericht über den Jugendurlaub 2008

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Taizé...mmmh...was war das denn gleich nochmal? Ich bin mir sicher, es schon einmal gehört zu haben...aber in welchem Zusammenhang?

T – a – i – z – é ...Moment mal – das klingt doch französisch...!? Ja, genau!

Taizé– das ist ein kleines Dorf in der Bourgogne im Südosten Frankreichs, nahe Lyon. Es besteht aus den hundert Brüdern unterschiedlicher Konfession aus über 20 verschiedenen Ländern, die dort zusammenleben.

Ja, und was soll daran jetzt so besonders sein? Das haben wir uns auch gefragt, bis wir schließlich dahinterkamen. Die Brüder dort leben nicht für sich, fern von jeglicher Zivilisation. Sie teilen ihre Zeit mit vielen tausend Jugendlichen, die jedes Jahr nach Taizé kommen, in einer Gemeinschaft – der „Communauté de Taizé“, die nach den Ideen seines Gründers Frére Roger fortgeführt wird.

Und genau in dieses „Taizé“ war in diesem Sommer vom 09.08. - 17.08.2008 eine 70-köpfige Gruppe Jugendlicher unseres Dekanates unterwegs. Viele von uns waren das erste Mal dort und so waren alle gespannt, was uns erwarten würde.

Nach 15 Stunden Fahrt kamen wir endlich an und bauten unsere Zelte nachts unter dem Sternenhimmel auf – ziemlich chaotisch, wie so fast alles in Taizé, was wir später noch feststellen sollten. Denn neben den 100 Brüdern leben dort noch 5000 andere Jugendliche aus der ganzen Welt – aus Frankreich, Schweden, Litauen, Italien, Amerika... Klar, dass es da anfänglich einige Verwirrung gab. Doch schließlich bekamen wir immer mehr Durchblick und verstanden es auch, uns an dem genialen Organisationssytem zu beteiligen. Taizé lebt nämlich von der Arbeit der Jugendlichen und Freiwilligen, die für längere Zeit dort bleiben.

Doch wie sah so ein Tag in Taizé eigentlich aus?00078a.jpg

Jeder Tag der Woche – außer Sonntag, dem An-und Abreisetag – begann 8.15 Uhr mit dem Morgengebet in der Kirche. Nach dem Frühstück, welches aus einem Brötchen, einem Stück Butter und Schokolade bestand, konnte sich jeder, je nach Alter und Interesse, einer internationalen Gesprächsgruppe anschließen, die sich nach den einleitenden Worten eines Bruders auf dem Gelände zusammensetzte, um sich zu unterhalten, zu diskutieren, zu spielen und zu lachen.

Und schon war auch der Vormittag wieder vorbei und die Glocken des Glockenturmes läuteten zum einstündigem Mittagsgebet. Als man danach aus der Kirche trat, sah man schon von Weitem die wartenden Massen, die sich vor der Essensausgabe drängten – 00013a.jpgwie bei einem großen Konzert. Das Essen war jedes Mal eine Überraschung – ob positiv oder negativ, sei dahingestellt – wobei vorallem die Frage der Nahrungsaufnahme manch einen vor ein echtes Problem stellte – denn in Taizé gibt es nur Löffel.

Da jeder für eine bestimmte Aufgabe verantwortlich war, hatte man auch nachmittags keine Langeweile. Wenn man nicht schon beim Austeilen des Geschirrs geholfen hatte, konnte man jetzt entweder das Gelände reinigen, Toiletten und sanitäre Anlagen sauber machen, die Kirche staubsaugen, in der Krankenstation „El Abiodh“ helfen oder....oder sich auf ein sonniges Plätzchen im Park oder an der nahegelegenen Quelle „St. Etienne“ verziehen, wo absolute Stille herrscht.

Am späten Nachmittag wurden auch Workshops angeboten – alles freiwillig.

Ein jeder Tag wurde in Taizé immer mit einem Abendgebet abgeschlossen.

Nun wird sich mancher fragen: Drei Gebete am Tag, ist das nicht ein bisschen viel? Oh nein. Ganz im Gegenteil. Es ist einfach ein tolles Gefühl, in dieser riesigen Kirche zu sitzen und gemeinsam mit tausend anderen Menschen zu singen und zu beten. Der ganze Raum ist von Gesängen erfüllt, in jedem Winkel steckt die Freude und wenn die 10-minütige Zeit der Stille einsetzte, fühlte man sich Gott manches mal so nahe wie nie zuvor. 00002a.jpgUnd gerade während diesen Gebeten merkt man, was Taizé noch ausmacht: Ganz gleich, aus welchem Land man kommt, welcher oder ob man überhaupt einer Konfession angehört, ob groß, ob klein, ob als Jugendlicher, Erwachsener oder als Familie – in Taizé ist man immer willkommen!


Nach dem Abendgebet konnte man entweder in der Kirche bleiben oder zu einem ganz besonderen Ort gehen: dem OYAK, dem abendlichen Treffpunkt in Taizé. Schon von Weitem hörte man lautes Lachen, Gitarrenspiel und Gesänge und sobald man dort ist, kommt man so schnell nicht mehr weg – man wird von einem zum nächstem Spiel gezogen, singt dort mal mit, tanzt da mal mit und unterhält sich hier mal eben mit ein paar Italienern. Und schon ist es halb zwölf und an der Zeit, sich langsam in sein Zelt zu verkriechen, denn auch in Taizé sollte man die Nachtruhe einhalten.

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Jetzt, wo man wieder zu Hause ist, wird man oft noch gefragt, wie es in Taizé war.

Klasse, unbeschreiblich, herrausragend, etwas ganz Besonderes, wunderschön...es fallen einem viele Worte ein, doch wirklich beschreiben würden sie es nicht – da muss man schon selber nach Taizé fahren.

 

Doch vielleicht kann man einen Versuch wagen: Taizé...das ist eine kleine Welt mitten in Frankreich, wo die Luft von der Liebe Gottes, der Freude der Menschen und grenzenloser Lebendigkeit erfüllt ist – man muss nur danach greifen, so wie wir es getan haben.

 

Weitere Fotos finden Sie unter der Homepage der Dekanatsjugend Chemnitz.

 

 


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